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Geschichte

Auf Grund von Forschungen und der dabei gemachten Funde aus der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter können wir annehmen daß in diesem Raum schon lange germanische Siedlungen bestanden. Auch spätere Funde bestätigen die These, daß Germanen die ersten Siedler in Schlesien waren. Zur Zeit der Völkerwanderung waren Ostgermanen von Skandinavien in das Gebiet der Elbe vorgedrungen. Die Besiedelung beginnt etwa mit dem Hunneneinfall 375 n. Chr. und endet mit derLandnahme der Langobarden in Italien. Die Urheimat der Slawen ist das Gebiet der Pripet Sümpfe in Rußland, später auch Teile Polens, Weißrußlands und der Ukraine. In den ersten Jahrhunderten ist die Geschichte der Slawen noch verknüpft mit den Germanen, Hunnen, Alanen und Turkvölker, mit denen sie eine für alle fruchtbare Lebensgemeinschaft eingehen. Ab etwa 600 n. Chr. siedeln Slawen in geringer Zahl, östlich der Elbe, in die von den Germanen verlassenen Gebiete. Geschichtlich greifbar werden die Polen, Tschechen und Slawen erst in der Karolingerzeit bei der Errichtung des"Limes sorbicus" um 805 n. Chr. durch Karl den Großen. Karl der Große unterwarf Böhmen in mehreren Feldzügen. Die Böhmen mußten jährlich 120 Ochsen Tribut zahlen. 845 erschienen unter dem Enkel Karls d. G. 14 slawische Fürsten, um sich taufen zu lassen. 962 vom Papst gegen den Langobarden Berenger zu Hilfe gerufen, erhält Otto I. die Kaiserkrone. Sie bleibt von da an im Besitz der böhmischen Könige und diese übernehmen damit die Verpflichtung der Verteidigung und Ausbreitung des Glaubens, den Schutz der Kirche und des Papstes.

Durch die Christianisierung des Nordens und der Errichtung mehrerer Bistümer wird der Einfluß der Kirche stärker und sichtbar. .Die Ostflanke des Karolingerreiches (etwa 800 - 1000 n. Chr.) war gegen die aus dem Osten kommenden Reitervölker ungeschützt. Mit Hilfe des Deutschen Ordens wurden Klöster gegründet. Bei der Gründung der Bistümer Gnesen und Breslau im Jahr 1000 n. Chr. war der deutsche Einfluß so stark geworden, daß das Herzogtum Schlesien um 1033 n. Chr. unter deutschem Lehen stand. Das fränkische oder salische Königshaus übernimmt nach dem Aussterben der Ottonen (1024 - 1125) die Königsherrrschaft. Unter Heinrich I. d. Frommen und seiner Gemahlin Hedwig v. Andechs und Meran werden viele Siedler aus Bayern, Franken, Thüringen und Sachsen nach Schlesien gerufen. Als Schutz gab man ihnen deutsches Recht und gestattete deutsche Siedlungsformen. In dem Buch: "Cotex diplomaticus Nr. 14 Silesia" dem "Liber fundationis episcopatu Vratislaviensis 1302 - 1319 und dem "Registrum Nissense um 1420" wird der   Ort Supicovitz (Saubsdorf) unter der Nr. 180 erwähnt. Die allgemein bekannte "Thomas Akte" vom 3. Juli und 30. Juli 1284 gibt Auskunft über die Größe von 66 Ortschaften, die zum "Registrum Nissense" damals schon gehörten, Saubsdorf wird darin mit 6 großen Bauernstellen erwähnt, zu halben Hufen und einem Scholz mit einer Schenke und Mühle mit einem Rad. (Scholz, Schulze, Schultheiß bedeutet: "der eine Schuld heißt, befiehlt, anordnet im Auftrag des Grundherrn, Adeligen.") Diese war Abgabenfrei und wurde an der niedrigen Gerichtsbarkeit beteiligt. Er hatte das Recht auf Schenke, Mühle und Handwerk, jedoch nicht auf Jagd und Fischerei.In der Karte vom Registrum Nissense erscheint Saubsdorf mit einer Markierung als Schloß (Burg) und Eigentum des Bistums.Daß die Ortsnamen in dieser Urkunde in lateinisch-slawischer Schreibweise erscheinen, ist auf den polnischen Geschichtsschreiber zurück zu führen. Einen politischen Staat, der über diese Ländereien die Oberhoheit hatte, gab es noch nicht. Auf einer der ältesten der Karten dieses Gebietes, (sie Karte) Grotthau, Neisse und Freiwaldau sind alle Ortsnamen in deutscher Schreibweise aufgeführt.


Saubsdorf in Zahlen

Bis 1910 wurden in Saubsdorf ausschließlich Deutsche Einwohner gezählt, bei Kriegsende 1945 lebten in Saubsdorf 1706 Deutsche und 6 Tschechen.

Auf einer Fläche von 928 ha waren 440 ha Ackerland, 23 ha Weideland, bzw. Wiesen und 410 ha Wald. Saubsdorf war geprägt von Landwirtschaft und Steinindustrie. 92 landwirtschaftliche Betriebe bauten Getreide an und betrieben Forstwirtschaft.

7 Steinbrüche waren in Betrieb, in denen Marmor (schlesischer Carrara) gebrochen wurde. In 14 Marmor- und Granitwerken wurden 485 Mitarbeiter beschäftigt, sowie in 7 Steinmetzbetrieben fanden weitere 33 Personen Arbeit. 1945 wurden inSaubsdorf 274 Hausnummern gezählt.
8 Lebensmittelgeschäfte, 5 Fleischer, 2 Bäcker, 1 Gärtnerei, 7 Schneider, 5 Schuhmacher, 4 Tischlereien, 4 Wagner, 2 Schmieden, 2 Spengler, 2 Sattler 2 Maler und Lackierer, 4 Friseure, 2 Schlosser, 1 Eisengießerei, 1 Auto-Fuhrunternehmen, 1 Baumeister, 1 Bade- und Saunabetrieb, 7 Gaststätten, 2 davon mit einem Saal für 200, bzw. 180 Sitzplätzen, einem Wirtschaftsgarten und Kinobetrieb gaben in Handwerk und Gewerbe Arbeit und Brot.


Saubsdorf beherbergte 4 Schulen: Eine 5-klassige Volkschule, eine 3-klassige Bürgerschule, die 3-klassige Staatsfachschule für Steinbearbeitung und die 3-klassige Berufschule für Steinmetzlehrlinge.

 

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