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Das Brauchtum in Saubsdorf:

Karsamstag früh Osterfeuer bei der Kirche mit der Weihe von schnitzbaren Hölzern. Am Abend Auferstehungsfeier. Zum »Kreuzleinstecken« am Ostersonntag bei Sonnenaufgang werden an jeder Ecke eines Saatfeldes 3 einfach geschnitzte Holzkreuzlein und 3 Weidenkätzchen gesteckt.

Schmeckostern — in der Nacht oder am frühen Morgen von Ostersonntag auf Ostermontag werden die Mädchen von den Burschen mit geflochtenen und mit bunten Bändern geschmückten Weidenruten ausgepeitscht (zärtlich). Anschließend gibt es entweder Schnaps, Kuchen und Kaffee oder bunte Ostereier. An Ostern fand auch das Saatenreiten mit geschmückten Pferden auf den Fluren statt.

Sonnwendfeuer: Johannesfeuer zum 24. Juni am Dickeisberg Haferbraut: Humorvoller Umzug zum Erntedankfest

Nikolausabend: 6 Dezember; die Rockengänge meist in der Faschingszeit. Laienspiele, Volkstanz und Volkstracht, Sommerfeste. Diese Veranstaltungen wurden in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Vereinen und Gruppen durchgeführt.

 

Im kulturellen Leben von Saubsdorf spielten die Vereine und Schulen eine tragende Rolle.

Alles wurde ehrenamtlich organisiert

Der Musik- und Gesangsverein mit seinen 60 Mitgliedern organisierte Theater- und Gesangsaufführungen. Der Luley Garten mit seinem Musikpavillon bot sich dafür besonders an. Im Pavillon spielten die Musikanten unermüdlich, oder der Liederchor brachte Darbietungen zum Vortrag. Gegenüber war eine Laube, in der Bier ausgeschenkt wurde, mit einigen Sitzplätzen, ansonsten saß man unter den herrlichen Kastanien- und Akazienbäumen. Es gab Verkaufsbuden für Wurst, Kuchen und Süßigkeiten. Im großen Obstgarten des Pompe Gasthauses wurde ebenfalls gerne und ausgiebig gefeiert. Neben vielen kleinen Festen gab es im Garten noch eine Reihe von Großveranstaltungen mit der Militärkapelle des Kaiserregiments Nr. 1 aus Troppau, auch tschechische Militärkapellen spielten zum Manöverball auf. Kinderfeste, Schulabschlußfeiern mit Liedern, Vorträgen und Theateraufführungen, sowie der beliebte Cäcilia-Ball (der Schutzheiligen der Musik) wurden abgehalten. Der Ausdruck „Klein Wien“ war nicht übertrieben.
Für die Körperertüchtigung gab es den Christlichen Turnverein, den Deutschen Turnverein, den Arbeiter Turnverein, den Radsportverein und einen Eislaufverein. Der erste Eislaufplatz war am Pompe Teich. Leider holten aus diesem Teich die Fleischer das Eis für ihre Kühlhäuser, so daß immer die Gefahr bestand, in ein Loch im Eis zu fallen. Am Dickelsberg hatten die Segelflieger ihren Startplatz. Im Sommer bot der Pompe Teich und das Schwimmbad an der Teichmühle die Möglichkeit zur Erfrischung.

 

 

Schmeckustern-Sprüche

»Mädla, Mädla, loß deck peitscha,

Doaß deck nie de Flehlan beißa!

Gimmer a Ä,

Oaber a Steckla Usterkucka,

Ich war dech hinder'm Hause sucha«.

»Schmackuster em die Fisse,

Mei Schmachuster die schmeckt sisse,

Schmackuster em die Bäne,

Bleib's ganze Joahr derhäme.

Schmackuster em die Knie

Hoat's ganze Joahr kä Flieh',

Schmackuster em a Oarsch,

Wenn's wieh tut, do soas!

Schmackuster em a Bauch,

Doas is a alder Brauch,

Schmackuster em a Recke,

Hoaste's ganze Joahr viel Glecke.

Schmackuster em die Oarme,

Doas dech God erboarme,

Schmachuster em a Kopp,

Zerschläst's ganze Joahr kän Toop!«

»Etz, komm her zu dan lieh a Ostern,

Lot's Tächtarla a wing schmackostern!

Denne, denne am a Recka,

Doas dech nie die Berda drecka.

Denne, denne em a Oarma,

Doas de lanst der Leit erboarma.

Denne, denne em de Hand,

Doas de Leite warn derkannt. Denne, denne em de Bäne,

 

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