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Bürgerschule

Die Volks- und Bürgerschule zu Saubsdorf

In den Urkundenregesten über die damaligen Dörfer und Städte im Altvaterland kann man jedoch immer wieder den Hinweis finden, dass es öffentliche
Schulen schon lange vor dem kaiserlichen Erlaß gegeben hat. In der Geschichte Saubsdorf ist 1651 erstmals von einem Pfarrschreiber und Schulmeister die Rede... »Er erhält vom Vorwerk 1/2 Scheffel Korn, von der Gemeinde einen imperialis (Kaisertaler), Spenden zu Neujahr,

Ostern und Kirchweih, 36 Brote jährlich, den dritten Teil der Accidentien und das Läutegeld«...1689 im Urbar, Registratur Johannesberg heißt es

: »...Bei jeder Kirche ist ein Schulmeister, der deutsche Schule haltet und im Lesen und Schreiben unterrichtet.

Er erhält seinen Unterhalt von den Ortschaften. Vom Vorwerk bekommt er 2 Viertel Korn«...

Von jener Schulzeit ist anzunehmen, dass den Kindern, die ja nur durch elterliche Anhaltung zur Schule kamen, ihnen nur das Einfachste an Lesen,

Schreiben und Rechnen beigebracht wurde. Waren Kinder sehr begabt, so kamen sie schon früh in Internate von Klosterschulen, wo ihnen höheres

Wissen beigebracht werden konnte. Das erste und zweite Schulhaus von Saubsdorf befand sich in unmittelbarer Nähe der Kirche.

Als dann die allgemeine Schulpflicht eingeführt worden war, mußten die engen räumlichen Verhältnisse schnellstens abgeändert werden.

So entschloß sich die Gemeinde ein neues und größeres Schulhaus zu bauen, wo es dann 2 Klassenzimmer und eine Lehrerwohnung gab.

Von 1795 bis 1871 wurde dann im Haus Nr. 14 (Harisch Anton) Schule abgehalten.


Die günstige Weiterentwicklung unseres Dorfes durch die aufkommende Steinindustrie und die weitere Zunahme der Bevölkerung, bewog die

Gemeinderäte und die Schulleitung, eine neue, den modernen Erfordernissen entsprechende Volksschule zu erbauen. Der Bauplatz hierfür bot sich

in den ehemaligen Obstgärten des aufgelassenen Schlosses an. Dort wurde der Grundstein zu der neuen 3-klassigen Volksschule gelegt.

Es war damals schon ein großes Bauvorhaben und die Bauleute der Familie Theuer hatten ihren entscheidenden Anteil daran.

1871 wurde der Neubau feierlich eingeweiht und bezogen. Mädchen der letzten drei Klassen

auch kochen lernen konnten. Schulleiter war damals Leopold Drescher, als mit dem Winterhalbjahr 1909 die nun fünfklassige Schule weitergeführt

wurde. Wegen seiner großen Verdienste um die Schule wurde Leopold Drescher mit dem damals sehr selten verliehenen Titel eines Direktors ausgezeichnet.

Die Klassenzimmer selbst waren große helle Räume und boten für ca. 50 Schüler und Schülerinnen Platz. Es gab immer nur gemischte Klassen

mit Buben und Mädchen. Neben der Schule wurde noch ein Wohnhaus für den Schuldiener errichtet. Die 6.-8. Klasse wurde in einer gemeinsamen

Schulklasse weitergeführt, jedoch mit verschiedenen Unterrichts stoffen. Diese drei letzten Klassen hatten nicht mehr Schüler als die anderen,

weil ab der 5. Klasse viele Kinder in die weiterführenden Schulen nach Freiwaldau fuhren. Dort gab es Bürgerschule, Handels- und Wirtschaftsschule,

eine sehr beliebte Klosterschule als Frauenfachschule und das Gymnasium.

Nach dem Umsturz 1938 gab es in Saubsdorf eine Erweiterung des bestehenden Schulsystems. Um den vielen Pendlern nach Freiwaldau den Weg

zu ersparen wurde eine neue Bürgerschule eingerichtet. Zunächst wurde die Lehrerwohnung im Erdgeschoß umgebaut und ein neues Klassenzimmer

geschaffen, da mit einem Neubau nicht so schnell zu rechnen war. Es waren wohl Pläne von der Schulbehörde und den Gemeinden erarbeitet

worden, daß diese neue Bürgerschule für die beiden Gemeinden Saubsdorf und Groß-Kunzendorf zusammen geschaffen werden sollte.

Es sollte eine Sprengelbürgerschule sein und auf der »Horte« ein neues Schulgebäude gebaut werden. Widrigkeiten zwischen den beiden

Gemeinden und vor allem der im Herbst 1939 beginnende Krieg verhinderte alle weiteren Pläne vollkommen. Der Neubau einer Bürgerschule

hätte sich im Rahmen der bereits bestehenden Volksschule und der Fachschule für Steinbearbeitung harmonisch einfügen lassen und damit

die Weiterentwicklung des Schulwesens wesentlich verbessert.

 

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